neonazistische Hooligans aus dem Landkreis Miesbach

München. Vier neonazistische Hooligans aus dem Landkreis Miesbach und aus Baden-Württemberg attackieren am Samstag Früh (15. Dezember 2012) am Hauptbahnhof einen 21-jährigen Mann. Nachdem sie ihr Opfer zuerst anpöbeln, schlagen sie den Mann schließlich nieder. Das am Boden liegende Opfer kann sich gerade noch mit einem Messer verteidigen und in die Polizeistation der Bundespolizei retten. Polizeibeamt_innen nehmen später die vier 20, 23 und 30 Jahre alten Neonazi-Angreifer fest.

Quelle: aida Archiv

Der Repression entgegentreten – rechte Traditionspflege bekämpfen

Am Fr, 30.11.2012 wurde bei einem Sprecher unseres Bündnisses eine Hausdurchsuchung auf Beschluss der Staatsanwaltschaft München II durchgeführt. Unterstellt wird ihm im Durchsuchungsbeschluss eine Sachbeschädigung an der Weinbergkapelle in Schliersee Anfang Mai 2012. Bei der Hausdurchsuchung wurden zwar keinerlei mit der Tat in Zusammenhang stehende Gegenstände (Kleidung mit Farbspuren, Farbe o.ä.) gefunden. Trotzdem hat die Polizei ALLE digitalen Datenträger beschlagnahmt. Das betrifft zwei vollverschlüsselte Computer, Speicherkarten und mehrere USB-Sticks. Dies zeigt das es den staatlichen Repressionsorganen vielmehr um die Einschüchterung von aktiven Antifaschisten und Gewerkschaftern (wie der Betroffene einer ist) und der Durchleuchtung linker Stukturen geht. Wir verurteilen die staatlichen Einschüchterungsversuche von Antifaschist_innen und solidarisieren uns mit M. und allen anderen Repressionsopfern.
[Artikel zu Soliaktion auf indymedia] [ Flugblatt zur Hausdurchsuchung]

Bündnis veröffentlicht Broschüre

Im Auftrag des Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland wurde eine Broschüre zur Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland erstellt. Veröffentlicht wurde die Broschüre am 4. August, anlässlich der vergangenen Aktion am Weinberg. Die Broschüre kann über das IG Metall Jugendbildungszentrum Schliersee bezogen werden, steht aber auch hier zum Download bereit:

Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland
Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland

Miesbacher Merkur vom 03.08.2012

An dieser Stelle dokumentieren wir einen anlässlich der Veranstaltung des Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe am 3. August in der Print-Ausgabe des Miesbacher Merkurs erschienenen Artikel

Bündnis fordert sofortige Entfernung der Freikorps-Tafel

An dieser stelle Dokumentieren wir eine Pressemitteilung des Bündnis gegen Rechtsextreme Umtriebe im Oberland vom 21. Mai 2012

SCHLIERSEE, LKR MIESBACH Abermals hat an der Weinbergkapelle in Schliersee die vielfach kritisierte Annaberg-Gedenkfeier stattgefunden. Wie schon im Jahr zuvor wurde ein Kranz des „Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten“ an der Kapelle abgelegt. Dieses Jahr dürften die Umstände der rechten Gedenkfeier den Beteiligten nicht gefallen haben: Eine Woche zuvor hatten Unbekannte den Schriftzug „Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ angebracht.

Alt- und Neonazis, bündische Aktivist_innen, militaristische Verbände und Vertriebenenorganisationen zelebrieren seit vielen Jahrzehnten hier das „Gedenken“ an die reaktionären Freikorps und ihre Kämpfe in Oberschlesien. Ort der vom „Bündnis gegen Rechtsextremistische Umtriebe“ als reaktionär und geschichtsrevisionistisch bezeichneten Veranstaltung ist die Schlierseer Weinbergkapelle. Die dort angebrachte Tafel wurde von Karl Diebitsch, einem frühen Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung und gewichtigem SS-Funktionär, entworfen.
Bild: An der Weinbergkapelle abgelegte Kranz des Stahlhelm B.d.F.. In der Woche zuvor hatten Unbekannte einen antifaschistischen Spruch an die Kapellenwand gesprayd.
Bild: An der Weinbergkapelle abgelegte Kranz des Stahlhelm B.d.F.. In der Woche zuvor hatten Unbekannte einen antifaschistischen Spruch an die Kapellenwand gesprayd..

Neu und umso mehr bedenklich ist das wiederholte Ablegen eines Kranzes zu ehren der rechten Frontkämpfer-Organisation Stahlhelm.
Dieser Bund der Frontsoldaten war mit 500.000 Mitgliedern einer der bedeutendsten Wehrverbände der nationalen Rechten in der Weimarer Republik. Der „Stahlhelm“ paktierte ab 1931 mit der NSDAP und der DNVP in der sogenannten Hartzburger Front. Seit Juni 1933 wurden die Mitglieder des Stahlhelms in die SA überführt.

Der als „preußisch-protestantisch“ und „städtisch-landfremd“ verschrieenen Magdeburger Wehrorganisation fiel es in Bayern zunächst schwer, Fuß zu fassen. Die deutschen Bischofskonferenzen hatten bereits seit 1924 wiederholt vor dem Bund gewarnt und waren nicht gewillt, sein Vordringen in das katholische Kernland Bayern zu dulden.

„Wir fordern nun die Pfarrgemeinde Schliersee auf, den Alt- und Neonazis endlich den Anlass ihres jährlichen Treibens, die unsägliche Gedenktafel, zu entfernen.“ Sagt Michael Kurz, Sprecher des Bündnis gegen Rechtsextreme Umtriebe.