Unermüdlicher Kampf gegen Nazi-Tradition

Wir zitieren aus dem Miesbacher Merkur vom 21.05.14:

Annaberg-Gedenktafel soll weg
Unermüdlicher Kampf gegen Nazi-Tradition

Schliersee – Das Bündnis gegen rechte Umtriebe im Oberland fordert unermüdlich die Entfernung der Annaberg-Gedenktafel. Denn das Gedenken gilt als Nazi-Tradition.

Das Bündnis gegen rechte Umtriebe im Oberland lässt nicht locker. Zum Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus in Russland legten es an der Weinbergkapelle einen Kranz im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nieder. Der Ort ist kein Zufall. Denn hier hängt die Annaberg-Gedenktafel, die den Anti-Faschisten seit vielen Jahren ein Dorn im Auge ist und für deren Beseitigung sie weiterhin kämpfen.

Mit der Tafel wird 52 Mitgliedern des Bunds (zuvor Freikorps) Oberland gedacht, die bei der Erstürmung des Annabergs in Schlesien gefallen sind. Heute vor 93 Jahren war das. Und noch heute gibt es Menschen, die der Gefallenen gedenken und jährlich Kränze an der Kapelle niederlegen – was vor allem höchstproblematisch ist, weil dieses Gedenken eine Nazi-Tradition war und viele Freikorps und Bund Oberland-Mitglieder sich später der SA anschlossen – noch lange vor der Machtübernahme durch die Nazis.

Hans Pawlowski, einer der Bündnissprecher und Bezirksvorstands-Mitglied der SPD Oberbayern sagte bei der Kranzniederlegung: „Wir fordern die katholische Kirche auf, die Gedenktafel des rechtsextremen Freikorps Oberland endlich zu entfernen.“ In Bayern würden mittlerweile Schulen und Kasernen umbenannt, da die ursprüngliche Namen in Verbindung mit dem Dritten Reich stehen. In Schliersee hingegen passiere nichts. Inzwischen ist der Kranz entsorgt. Unbekannte hatten die Bänder abgeschnitten und so hätte er fälschlicherweise als Gedenken an die gefallenen Oberländer gedeutete werden können.

dak

Wir bleiben wachsam

Das Bündnis gegen Rechtsextreme Umtriebe im Oberland wird auch weiterhin ein waches Auge auf die rechten Geschehnisse in Schliersee (jährlicher Freikorpsgedenkfeier) werfen. Dies wurde auch auf der antirassistischen Lesung am 05.Dezember 2013 in der IG Metall Jugendbildungsstätte Schliersee deutlich. Rund 100 Gäste besuchten die Vorstellung des „Schwarzbuch Rassismus“ mit Auftritten der Kabarettisten Gerhard Polt und Matthias Egersdörfer sowie des Kolumnisten Michael Sailer. Klar ist. Hier ein Bericht des Miesbacher Merkur:
http://www.merkur-online.de/lokales/miesbach/metall-jugendbildungsstaette-schliersee-veranstaltung-gegen-rassismus-3263431.html

neonazistische Hooligans aus dem Landkreis Miesbach

München. Vier neonazistische Hooligans aus dem Landkreis Miesbach und aus Baden-Württemberg attackieren am Samstag Früh (15. Dezember 2012) am Hauptbahnhof einen 21-jährigen Mann. Nachdem sie ihr Opfer zuerst anpöbeln, schlagen sie den Mann schließlich nieder. Das am Boden liegende Opfer kann sich gerade noch mit einem Messer verteidigen und in die Polizeistation der Bundespolizei retten. Polizeibeamt_innen nehmen später die vier 20, 23 und 30 Jahre alten Neonazi-Angreifer fest.

Quelle: aida Archiv

Der Repression entgegentreten – rechte Traditionspflege bekämpfen

Am Fr, 30.11.2012 wurde bei einem Sprecher unseres Bündnisses eine Hausdurchsuchung auf Beschluss der Staatsanwaltschaft München II durchgeführt. Unterstellt wird ihm im Durchsuchungsbeschluss eine Sachbeschädigung an der Weinbergkapelle in Schliersee Anfang Mai 2012. Bei der Hausdurchsuchung wurden zwar keinerlei mit der Tat in Zusammenhang stehende Gegenstände (Kleidung mit Farbspuren, Farbe o.ä.) gefunden. Trotzdem hat die Polizei ALLE digitalen Datenträger beschlagnahmt. Das betrifft zwei vollverschlüsselte Computer, Speicherkarten und mehrere USB-Sticks. Dies zeigt das es den staatlichen Repressionsorganen vielmehr um die Einschüchterung von aktiven Antifaschisten und Gewerkschaftern (wie der Betroffene einer ist) und der Durchleuchtung linker Stukturen geht. Wir verurteilen die staatlichen Einschüchterungsversuche von Antifaschist_innen und solidarisieren uns mit M. und allen anderen Repressionsopfern.
[Artikel zu Soliaktion auf indymedia] [ Flugblatt zur Hausdurchsuchung]

Bündnis veröffentlicht Broschüre

Im Auftrag des Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland wurde eine Broschüre zur Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland erstellt. Veröffentlicht wurde die Broschüre am 4. August, anlässlich der vergangenen Aktion am Weinberg. Die Broschüre kann über das IG Metall Jugendbildungszentrum Schliersee bezogen werden, steht aber auch hier zum Download bereit:

Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland
Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland