Nach dem Verbot der Orgesch im Juni 1921 wurde im Dezember 1921 der Bund Oberland gegründet. Nach internen Auseinandersetzungen wurde Dr. Friedrich Weber, ein Duz-Freund Hitlers, Führer des Bund Oberlandes. Unter der Führung Webers näherten sich die Oberländer immer weiter der NSDAP an. Im September 1923 schloßen sich SA, Reichsflagge und Bund Oberland zum Deutschen Kampfbund zusammen. Noch deutlicher wird diese Nähe am 08. und 09. November 1923, als sich der Bund Oberland am missglückten Hitler/Ludendorff-Putsch in München beteiligte. Mit rund 2000 Mann stellten die Oberländer einen Großteil der Putschisten. Weber wurde, genau wie Hitler, zu 5 Jahren Festungshaft in Landsberg verurteilt (beide wurden vorzeitig entlassen) und der Bund Oberland verboten. Doch die Oberländer hatten vorgesorgt und eine neue Tarnorganisation, den „Deutschen Schützen- und Wanderbund“, gegründet. Gemeinsam mit dem NSDAP-Verbot wurde im Februar 1925 auch das Verbot gegen den Bund Oberland aufgehoben. Kurz nach der Neugründung spaltete sich der Bund „Alt Oberland“ um Beppo Römer ab. Währen dieser Bund Alt-Oberland den „Nationalbolschewismus“ propagierte setzte sich der Bund Oberland für ein „Drittes Reich“ ein. Mit dem Erstarken der NSDAP und dem Rücktritt Webers (1929) verlor der Bund Oberland an Bedeutung. Im Frühjahr 1931 wurde die Oberlandzeitschrift „Das dritte Reich“ eingestellt. Einen letzten großen Auftritt hatten die Oberländer, als am 09. November 1933 feierlich die Freikorpsfahnen an die SA übergeben wurden.

Während des III. Reiches machte ein Vielzahl von Oberländern Karriere. Beispielhaft sei dies an 10 Personen aufgezeigt:

Heinrich Himmler,
Reichsführer SS

Dr. Friedrich Weber,
NS-Reichstierärzteführer, SS-Gruppenführer und Blutordensträger

Elenore Baur,
SS-Oberführerin im KZ Dachau

Hans Bunge, SS-Gruppenführer,
M.d.R., Mitglied des Volksgerichtshofes, Blutorden der NSDAP

Richard Hildebrand,
SS-Obergruppenführer und Chef des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes, M.d.R.

Josef „Sepp“ Dietrich,
SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS

Hans Hinkel,
SS-Gruppenführer, Reichsfilmintendant und Ministeraldirektor im Reichspropaganda Ministerium

Dr. med. Gerhard Wagner,
NS-Reichsärzteführer und Hauptdienstleiter, SA-Obergruppenführer

Rudolf Jordan,
SA-Obergruppenführer, NSDAP-Gauleiter

Franz Hayler,
SS-Gruppenführer, stellvertretender Reichswirtschaftsminister

Einen ausführlichen Artikel finden Sie auch im Historischen Lexikon Bayerns der Bayerischen Staatsbibliothek: