Das Oberland-Gedenken am Schliersee als umkämpfter Erinnerungsort

Wir veröffentlichen hier kostenlos das 44 Seitige Exposé „Das Oberland-Gedenken am Schliersee als umkämpfter Erinnerungsort“ (pdf -4,7 MB) von Werner Hartl. Der vorliegende Text basiert auf einem Vortrag, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe „gedenken – umdenken – versöhnen. Das Annabergdenkmal in Schliersee“ des katholischen Bildungswerks im Landkreis Miesbach e.V. gehalten wurde. Titel der Veranstaltung, auf der am 18.7.2018 Dr. Thomas Schlemmer und Dipl. Soziologe Werner Hartl sprachen, lautete „Die beiden Denkmäler von 1923 und 1956. Wie wirken sie in der Nachkriegszeit fort?“.

„Gedenken, umdenken, versöhnen“

Mit einem Vortrag von Werner Hartl und Thomas Schlemmer ist am 18. Juli die Reihe „Gedenken, umdenken, versöhnen“ in Schliersee zu Ende gegangen. Wissenschaftlich begleitet vom Institut für Zeitgeschichte und mit organisatorisch-didaktischer Unterstützung vom Katholischen Bildungswerk im Landkreis Miesbach widmete sich die Reihe der kontroversen Diskussion um das „Annaberg“-Denkmal.

Das Denkmal auf dem Weinberg über Schliersee war am 21. Mai 1921 vom Bund Oberland errichtet worden, um damit an Freikorpskämpfer zu erinnern, die in der Schlacht um den Annaberg in Oberschlesien gefallen waren. Das Denkmal wurde als Kult- und Weihestätte der NS-Bewegung noch 1945 zerstört. 1956 fand das Gedenken an die Schlacht um den Annaberg mit einer steinernen Tafel an der St. Georgskapelle auf dem Weinberg jedoch seine Fortsetzung. Diese Gedenktafel ist seit Jahren Gegenstand einer kontroversen Debatte, die nun seit Februar 2018 in einem dreistufigen Diskussions- und Entscheidungsprozess moderiert wird.

Im voll besetzten Pfarrsaal der Gemeinde St. Sixtus sprachen der IfZ-Historiker Thomas Schlemmer und der Diplom-Soziologe Werner Hartl über die Entstehungs­geschichte von Denkmal und Gedenktafel sowie über die immer zweifelhafteren Metamophosen des Gedenkens von 1956 bis heute. In den nächsten Wochen werden Vorschläge über den künftigen Umgang mit diesem Gedenkort gesammelt, über die dann im Herbst eine Jury entscheiden soll.

Quelle: https://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/aus-dem-institut/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1035&

Sa 29.10.16: Vortag zum Freikorps Oberland-Gedenken am Schliersee

Samstag 29. Oktober – 18:30 Uhr
Freikorps Oberland-Gedenken am Schliersee
Traditionelles Totengedenken …
… oder rechtsextreme Heldenfeier?
Informationsveranstaltung mit Jörg Kronauer – Sozialwissenschaftler und freier Journalist
In der Vitalwelt Schliersee
Restaurant „Charivari“ – Perfallstraße 4

Die Veranstalter behalten sich gem. §6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die Neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

Schliersee: Ästhetische Intervention an Freikoprs-Tafel


Heute (Do 19.05.16) haben die Künstler Wolfram P. Kastner und Joss Bachhofer gemeinsam mit dem Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland und rund 50 Antifaschit*innen im Rahmen einer „Ästhetischen Intervention“ eine alternative Gedenktafel installiert. Die Gedenktafel mit der Aufschrift: „Für Akzeptanz und ein friedliches Miteinander. Gegen Naziterror und Rechtsextremismus einst und heute.“ soll nach Ansicht der Antifaschist*innen zukünftig die derzeitige Tafel, welche das rechtsterroristische Freikorps Oberland verherrlicht, ersetzen.

An der „Freikorps-Gedenktafel“ auf dem Weinberg in Schliersee findet jedes Jahr im Mai eine von Alt- und Neonazis besuchte rechte Gedenkveranstaltung statt.
In einer Pressemitteilung heißt es:

„ Die alte Nazi-Gedenkstätte am Weinberg, zu deren Einweihung Göring anwesend war und zu der 1927 auch Hitler pilgerte, wurde zwar 1945 gesprengt. 1956 aber ließ der damalige Schlierseer Pfarrer Widholz eine neue Gedenktafel in die Außenmauer der Georgskapelle einfügen.
Welche Bedeutung dieser “Gedenkort“ für die Nazis hatte und immer noch hat, lässt sich gut nachvollziehen, wenn man die Rolle des Freikorps Oberland und des Bund Oberland in der NS-Zeit betrachtet – von der Bekämpfung der Münchener Räterepublik, der Beteiligung an der Ermordung Andersdenkender(Fememorde), der Teilnahme am Hitlerputsch bis hin zur Eingliederung in die SA und SS.“

Zur weiteren Information empfehlen wir unsere Broschüre „Die Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland’“, welche zum kostenlosen download angeboten wird.

Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland

Hier gibt es nun die von Eva Hintermeier verfassten und erstmals 2012 vom Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland veröffentlichten Broschüre „Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland“ (PDF-Dokument, 5,1 MB)in seiner aktuellen Version zum kostenlosen download



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (3)