Sa 29.10.16: Vortag zum Freikorps Oberland-Gedenken am Schliersee

Samstag 29. Oktober – 18:30 Uhr
Freikorps Oberland-Gedenken am Schliersee
Traditionelles Totengedenken …
… oder rechtsextreme Heldenfeier?
Informationsveranstaltung mit Jörg Kronauer – Sozialwissenschaftler und freier Journalist
In der Vitalwelt Schliersee
Restaurant „Charivari“ – Perfallstraße 4

Die Veranstalter behalten sich gem. §6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die Neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

Schliersee: Ästhetische Intervention an Freikoprs-Tafel


Heute (Do 19.05.16) haben die Künstler Wolfram P. Kastner und Joss Bachhofer gemeinsam mit dem Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland und rund 50 Antifaschit*innen im Rahmen einer „Ästhetischen Intervention“ eine alternative Gedenktafel installiert. Die Gedenktafel mit der Aufschrift: „Für Akzeptanz und ein friedliches Miteinander. Gegen Naziterror und Rechtsextremismus einst und heute.“ soll nach Ansicht der Antifaschist*innen zukünftig die derzeitige Tafel, welche das rechtsterroristische Freikorps Oberland verherrlicht, ersetzen.

An der „Freikorps-Gedenktafel“ auf dem Weinberg in Schliersee findet jedes Jahr im Mai eine von Alt- und Neonazis besuchte rechte Gedenkveranstaltung statt.
In einer Pressemitteilung heißt es:

„ Die alte Nazi-Gedenkstätte am Weinberg, zu deren Einweihung Göring anwesend war und zu der 1927 auch Hitler pilgerte, wurde zwar 1945 gesprengt. 1956 aber ließ der damalige Schlierseer Pfarrer Widholz eine neue Gedenktafel in die Außenmauer der Georgskapelle einfügen.
Welche Bedeutung dieser “Gedenkort“ für die Nazis hatte und immer noch hat, lässt sich gut nachvollziehen, wenn man die Rolle des Freikorps Oberland und des Bund Oberland in der NS-Zeit betrachtet – von der Bekämpfung der Münchener Räterepublik, der Beteiligung an der Ermordung Andersdenkender(Fememorde), der Teilnahme am Hitlerputsch bis hin zur Eingliederung in die SA und SS.“

Zur weiteren Information empfehlen wir unsere Broschüre „Die Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland’“, welche zum kostenlosen download angeboten wird.

Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland

Hier gibt es nun die von Eva Hintermeier verfassten und erstmals 2012 vom Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland veröffentlichten Broschüre „Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland“ (PDF-Dokument, 5,1 MB)in seiner aktuellen Version zum kostenlosen download

Unermüdlicher Kampf gegen Nazi-Tradition

Wir zitieren aus dem Miesbacher Merkur vom 21.05.14:

Annaberg-Gedenktafel soll weg
Unermüdlicher Kampf gegen Nazi-Tradition

Schliersee – Das Bündnis gegen rechte Umtriebe im Oberland fordert unermüdlich die Entfernung der Annaberg-Gedenktafel. Denn das Gedenken gilt als Nazi-Tradition.

Das Bündnis gegen rechte Umtriebe im Oberland lässt nicht locker. Zum Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus in Russland legten es an der Weinbergkapelle einen Kranz im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nieder. Der Ort ist kein Zufall. Denn hier hängt die Annaberg-Gedenktafel, die den Anti-Faschisten seit vielen Jahren ein Dorn im Auge ist und für deren Beseitigung sie weiterhin kämpfen.

Mit der Tafel wird 52 Mitgliedern des Bunds (zuvor Freikorps) Oberland gedacht, die bei der Erstürmung des Annabergs in Schlesien gefallen sind. Heute vor 93 Jahren war das. Und noch heute gibt es Menschen, die der Gefallenen gedenken und jährlich Kränze an der Kapelle niederlegen – was vor allem höchstproblematisch ist, weil dieses Gedenken eine Nazi-Tradition war und viele Freikorps und Bund Oberland-Mitglieder sich später der SA anschlossen – noch lange vor der Machtübernahme durch die Nazis.

Hans Pawlowski, einer der Bündnissprecher und Bezirksvorstands-Mitglied der SPD Oberbayern sagte bei der Kranzniederlegung: „Wir fordern die katholische Kirche auf, die Gedenktafel des rechtsextremen Freikorps Oberland endlich zu entfernen.“ In Bayern würden mittlerweile Schulen und Kasernen umbenannt, da die ursprüngliche Namen in Verbindung mit dem Dritten Reich stehen. In Schliersee hingegen passiere nichts. Inzwischen ist der Kranz entsorgt. Unbekannte hatten die Bänder abgeschnitten und so hätte er fälschlicherweise als Gedenken an die gefallenen Oberländer gedeutete werden können.

dak

Wir bleiben wachsam

Das Bündnis gegen Rechtsextreme Umtriebe im Oberland wird auch weiterhin ein waches Auge auf die rechten Geschehnisse in Schliersee (jährlicher Freikorpsgedenkfeier) werfen. Dies wurde auch auf der antirassistischen Lesung am 05.Dezember 2013 in der IG Metall Jugendbildungsstätte Schliersee deutlich. Rund 100 Gäste besuchten die Vorstellung des „Schwarzbuch Rassismus“ mit Auftritten der Kabarettisten Gerhard Polt und Matthias Egersdörfer sowie des Kolumnisten Michael Sailer. Klar ist. Hier ein Bericht des Miesbacher Merkur:
http://www.merkur-online.de/lokales/miesbach/metall-jugendbildungsstaette-schliersee-veranstaltung-gegen-rassismus-3263431.html



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